Der Stadtteil

 

Die Sennestadt gehört seit 1973 zur Stadt Bielefeld und bildet den siebtgrößten Stadtbezirk. Sie liegt am südöstlichen Rand der Gesamtstadt in ca. 8 km Luftlinie vom Zentrum der Stadt Bielefeld entfernt. Der Stadtbezirk wird durch den Teutoburger Wald im Norden, die Autobahn A2 im Westen, durch den Senner Hellweg im Osten und die Ausläufer des Teutoburger Waldes im Süden begrenzt. Die vier Stadtteile Dalbke, Eckardtsheim, Heideblümchen und die eigentliche Sennestadt sind die Siedlungskerne des Stadtbezirks.

Die Sennestadt prägt ein einzigartiges Miteinander von Stadt und Landschaft, das Stadtplaner*innen aus aller Welt fasziniert. Die Siedlung ist als Reaktion auf den knappen Wohnraum nach dem 2. Weltkrieg auf Grundlage der Entwürfe des Architekten und Stadtplaners Prof. Dr. Hans Bernhard Reichow in der vorher unberührten Sennelandschaft entstanden. Dieser landschaftliche Ursprung prägt die Sennestadt bis heute.

Die Sennestadt entstand nach dem Modell des „organischen Städtebaus“. Hans Bernhard Reichow verstand darunter die Gestaltung einer Stadt, die human und ökologisch zugleich ist. Dabei gelang es Reichow, alle Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Kultur, Freizeit) in ein ausgewogenes Gleichgewicht zu bringen. Die besondere Entstehungsgeschichte prägt das Erbe des Stadtteils und drückte sich lange Zeit auch in der hohen Identifikation der Einwohner*innen mit dem Stadtteil aus.

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Akteur*innen der Sennestadt

Die Akteur*innen im Überblick

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Akteurs-Steckbriefe

Sennestadtverein

Sennestadtwappen.tif

Quartiersmanagement

am Bärenplatz

Sennestadt GmbH

Logo - Sennestadt GmbH.tif

Orts- und Heimatpfleger

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SG Dalbke

Familienzentrum

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Hans-Bernhard-Reichow-Gesellschaft

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Programm Soziale Stadt

 

Im Rahmen der Städtebauförderung wurde 2008 das erste INSEK Sennestadt und damit auch das Soziale Stadt-Gebiet aufgestellt und vom Rat der Stadt Bielefeld beschlossen. In der ersten INSEK-Phase wurden erste Maßnahmen mit Hilfe von Städtebaufördermitteln von Bund und Land umgesetzt, wie beispielsweise die Umgestaltung des Bärenplatzes, punktuelle Maßnahmen im Bullerbachgrünzug oder auch die Aufwertung des Sennestadtteiches. Mit der INSEK Fortschreibung 2017 hat der Rat einer Fortsetzung der Maßnahmen zugestimmt: Insgesamt sollen 22 Maßnahmen aus den Handlungsfeldern
 

  • Mobilität und Vernetzung

  • Mitten in Sennestadt

  • Freiraum und Stadtlandschaft

  • Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben

 

umgesetzt werden. Einige davon sind dabei bereits im vollen Gange. Maßnahmen, wie der Integrative Bewegungspark Ost-West-Grünzug, die künftige Quartiersschule Hans-Christian-Andersen-Schule oder das City- und Stadtteilmanagement sollen neue Meilensteine hinsichtlich der Weiterentwicklung der Sennestadt hin zu einem besonders lebenswerten Stadtquartier schaffen und sogar stadtweit neue Maßstäbe setzen.

Projekte der Sozialen Stadt Sennestadt

 
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Ost-West-Grünzug

Als bedeutsamer Landschaftsraum wurde das grüne T, bestehend aus einer Verknüpfung von Ost-West-Grünzug und Bullerbachtal, 2010 zum Fokus eines freiraumplanerischen Wettbewerbs, aus dem bereits erste Maßnahmen hervorgingen. Im Ost-West-Grünzug wurde unter anderem eine Boule-Bahn errichtet und der zentrale Quellteich zugänglich gemacht.

Mit der INSEK-Fortschreibung wurde ab 2017 auch ein radikalerer Ansatz gewählt: Durch eine weitere Umgestaltung sollte nun vor dem Hintergrund der nachhaltigen und ganzheitlichen Weiterentwicklung die bereits vorhandenen Qualitäten der gesamten Grünfläche gestärkt werden und der Grünzug durch neue Nutzungsmöglichkeiten erweitert werden. Vorgesehen sind dabei u.a. ein neues Sportzentrum, ein aufgewerteter Teuto-Spielplatz, ein umfangreiches neues Trendsportangebot und die gestalterische Attraktivierung des gesamten Grünzuges.

Da mit dem Rahmenkonzept besonders umfangreiche Umgestaltungen vorgesehen sind, wurde zunächst ein erster Bauabschnitt definiert und beantragt, welcher sich auf den zentralen Bereich und die klassischen Sportgelegenheiten des Grünzuges konzentriert. Im Zuge des 1. Bauabschnittes werden in den nächsten Jahren die beiden einzigen Sportplätze (ein Tennen- und ein Naturrasenplatz) der Sennestadt modernisiert sowie eine benachbarte Grünfläche („Große Rasenfreiheit“) zur individuellen Nutzung aufgewertet und ökologisch revitalisiert.

 

Künftig verfügt die Sennestadt nicht nur über einen Natur- und Kunstrasenplatz mit besserer Spielqualität und Belastbarkeit, sondern auch über erneuerte Leichtathletikanlagen sowie ein Umkleidegebäude mit Multifunktionsraum am künftigen Kunstrasenplatz. Eine Besonderheit ergibt sich jedoch dadurch, dass die künftige Infrastruktur nicht nur Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen wird, sondern auch vereinsungebundenen Sportbegeisterten. Auf Basis der Rahmenkonzeption konnten für den 1. Bauabschnitt Fördermittel in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro (hiervon sind 90 % Zuwendung von Land, Bund und EU und 10 % kommunaler Eigenanteil) beantragt und bewilligt werden.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie im Zuge des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ (Städtebauförderung) gefördert.  

Hans-Christian-Andersen-Schule

Die Hans-Christian-Andersen-Grundschule fungiert bereits heute als wichtiger Ankerpunkt im Stadtteil und eignet sich daher besonders gut für die Weiterentwicklung zu einer sogenannten Quartiersschule.

 

Mit der neuen Quartiersschule soll einerseits ein kultureller und kommunikativer Knotenpunkt entstehen, an dem Menschen verschiedener Altersgruppen und unterschiedlicher Herkunft miteinander Kontakt knüpfen können. Andererseits sollen Förderangebote, gezielte Elternarbeit sowie die Schaffung informeller Lernorte dabei helfen, die Bildungschancen der Sennestädter*innen zu erhöhen.

 

Es soll eine Bündelung niedrigschwelliger, sozialraumorientierter Kinder-, Jugend- und Familienarbeit erfolgen, um auch der benachteiligten Bewohnerschaft einen verlässlichen Ort für Betreuung, Förderung und Unterstützung auf Quartiersebene zu bieten.

 

Die Quartiersräumlichkeiten entstehen in einem neuen Anbau, zusammen mit einer neuen Mensa, Aula sowie einem OGS-Bereich. Darüber hinaus wird im Rahmen der baulichen Umgestaltung des Schulhofes ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des öffentlichen Raums geleistet. Der in Zukunft für den Stadtteil geöffnete Schulhof soll zu einem attraktiven Aufenthaltsort umgestaltet werden, mit dem Ziel, eine bessere Durchmischung von Menschen verschiedener Herkunft, Altersstruktur und sozialer Lagen zu erreichen.

Für den neuen Quartierstreffpunkt in der Hans-Christian-Andersen-Schule und die dazugehörige Schulhofaufwertung werden gemäß Förderbescheid rund 1,4 Millionen Euro im Rahmen der Städtebauförderung und der EFRE-Förderung zur Verfügung gestellt. Der Fördersatz liegt bei 90 %, während 10 % Eigenanteil bei der Stadt Bielefeld verbleiben. Im Zuge der Förderantragstellung wurde ein Betreiberkonzept erarbeitet, das bereits erste Rahmenbedingungen zur späteren Belegung der Quartiersräume festhält. Mithilfe von Dialogwerkstätten wurde im Jahr 2018 eruiert, welche Akteure sich vorstellen können, Angebote aus den Bereichen Bildung, Kultur, Bewegung und Arbeit in den Quartiersräumen zu ermöglichen, die sich an alle Sennestädter*innen richten. Zur Belegung und Bewirtschaftung der Räume soll eine Verquickung mit dem Förderprojekt „Familiengrundschulzentrum“ erfolgen, um die Synergien aus beiden Projekten zugunsten des Stadtteils zu nutzen.

Die Schaffung der Quartiersräume und die Aufwertung des Schulhofes werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie im Zuge des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ (Städtebauförderung) gefördert.